Straßenumbenennung zu Ehren des Ehepaars Barbara und Ignaz Friedmann

Veröffentlichungsdatum27.03.2026Lesedauer1 MinuteKategorienAllgemeines, Wichtige Neuigkeit
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Ein Zeichen gegen das Vergessen – für Menschlichkeit und Mut!

Der Gemeinderat der Stadt Enns hat in seiner Sitzung am 11. Dezember 2025 beschlossen, Dr. Josef Schicker die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen. Nachgewiesen wurde seine aktive Mitwirkung an nationalsozialistischen Verbrechen, unter anderem an der sogenannten „Aktion T4“ und an Zwangssterilisationen. In diesem Zusammenhang wurde auch empfohlen, die nach ihm benannte Straße umzubenennen.

In der Sitzung vom 26. März 2026 entschied der Gemeinderat einstimmig, die Straße künftig nach dem Ehepaar Barbara und Ignaz Friedmann zu benennen. Die beiden haben im Frühjahr 1945 den KZ-Häftling David Hersch vor dem sicheren Tod gerettet. Sie fanden ihn völlig entkräftet nahe der Ennser Zuckerfabrik und versteckten ihn in ihrem Haus in Kristein – trotz größter Gefahr, da im selben Gebäude SS-Angehörige einquartiert waren. Mithilfe eines befreundeten Polizisten gelang es, David an verschiedenen Orten zu verstecken, bis er im Mai 1945 die Befreiung erlebte. Nach Kriegsende bedankte sich Hersch bei seinen Rettern. Später wanderte er über Israel in die USA aus und gründete eine Familie. Sein Sohn Jack Hersch hat die Geschichte seines Vaters in einem Buch festgehalten, welches auch im Museum Lauriacum erhältlich ist. Er besucht Enns regelmäßig, um jungen Menschen die Geschichte der Friedmanns und ihres mutigen Handelns zu erzählen.

Der Blick unserer Stadt richtet sich nun nicht mehr auf Täter, sondern auf jene, die Leid ertragen oder Menschlichkeit bewiesen haben. Dies sollen auch die Straßenbezeichnungen im Stadtgebiet widerspiegeln.